Meinungen zu deutschlernen-blog.de



30. Oktober 2007

Das habe ich in einem  anonymen Weblog gefunden:

“Manche Seiten, die sich Blog nennen, kommen mir wie konventionelle
Internetauftritte vor, z.B.: http://deutschlernen-blog.de/ ist sehr
‘DeutscheWelle-lastig’, sehr voll mit Texten und guten Ratschlägen
und nicht besonders übersichtlich. Insgesamt finde ich die Seite zu bürokratisch und zeitungsmäßig. Ich sehe hier auch keine Möglichkeit, selber etwas zu posten/kommentieren. …”

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Und wie ist eure Meinung zu deutschlernen-blog.de?

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  • { 5 comments… read them below or add one }

    Eva Weil 30. Oktober 2007 bei 15:36

    Es stimmt zwar, dass die Seite leider ziemlich unübersichtlich ist, aber das Angebot ist toll. Nicht allein weil es Texte und Übungen zu allen Fertigkeiten gibt, sondern auch weil es über die Lehrerseite vielerlei Möglichkeiten gibt, für Schüler Aufgaben zu konzipieren und vor allem auch sehr bequem zu korrigieren.

    Cornelia 30. Oktober 2007 bei 16:32

    Lieber Uli

    Tja. Wenn man das so liest, klingt das nicht sehr diplomatisch. Ich denke mir, dass der Autor nicht gewusst oder daran gedacht hat, dass du diesen Kommentar via Trackback so schnell zu Gesicht bekommen würdest.
    Ich glaube, dass die Kritik daher rührt, dass der Autor nach kooperativen Lernformen gesucht hat, die man mit der Klasse umsetzen kann und Blogs vor allem aus dieser Perspektive sieht (und die Beispiele dazu sind ja auch sehr schön).

    Du verfolgst ein anderes Konzept, benützt dein Blog als Lehrerblog zum Informieren und als moderne Linkliste, genau wie ich auch. Wenn das Ziel wäre, deine Schüler aktiv mitzuarbeiten zu lassen, hättest du es mit deinem Konzept verfehlt, aber als Infoplattform funktioniert es wunderbar, finde ich.

    Zudem sind Blogs nun mal primär “Ich-Medien”. Damit meine ich nicht, dass man sie nicht kooperativ nutzen kann (wie die oben genannten Beispiele zum Teil auch zeigen), aber in der Regel gibt es einen Hauptautor (oder eine Gruppe von Autoren) und viele Leser, die grösstenteils nur konsumieren, zum Teil auch durch Kommentare oder Trackbacks kommentieren und so “mitreden”. Im Zentrum bleibt aber der Beitrag, was ja völlig anders ist, als bei einem Wiki, wo der Beitrag eines einzelnen am Schluss im Gruppenergebnis aufgeht. Ich wage auch zu behaupten, dass die Mehrzahl der existierenden Blogs so aufgebaut sind, auch wenn viele mehr Kommentare provozieren als wir mit unseren DaF-Beiträgen.

    Ich finde deine Seite übrigens auch nicht unübersichtlich. Allerdings habe ich selber ein Blog und lese viele davon. Und Blogs unterscheiden sich doch ein bisschen von einer konventionellen Seite. Auch habe ich die Erfahrung gemacht, dass viele meiner Schüler mit den mir einfach erscheinenden Blogs doch recht grosse Mühe hatten. Sie wussten nicht so recht, wo das eine Blog aufhört und das andre anfängt (interne und externe Links), wie man mit Kategorien umgeht und sich in einem Blog orientiert. Mit Tags und Kategorien, die ich sehr schätze, konnten sie zum Teil wenig anfangen.
    Oft liest man ein Blog ja auch nicht regelmässig, sondern stösst beim Recherchieren drauf und hat dann Mühe herauszufinden, wo man sich eigentlich befindet. Vielleicht müsste man sich – ganz allgemein – überlegen wie man bessere Orientierungsmöglichkeiten schaffen kann, zum Beispiel, dass man externe Links durch ein spezielles Symbol kennnzeichnet, Hilfestellungen gibt etc. Falls du dazu eigene Ideen hast, würden mich die schon sehr interessieren.

    Der langen Rede kurzer Sinn: Ich finde, dass dein Blog, dass, was es soll, gut erfüllt und ich würde dich ermutigen, weiter zu machen. Ich lese es immer wieder gerne, auch wenn ich nicht zur Zielgruppe gehöre. :-)

    Liebe Grüsse aus der Schweiz

    Cornelia

    Uli Mattmüller 5. November 2007 bei 17:08

    Hallo Cornelia,

    leider konnte ich nicht schneller antworten, da ich über das lange Wochenende auf einer DaF-Tagung in Bonn war. Zunächst einmal vielen Dank für deinen ausführlichen, differenzierten und supernetten Kommentar. Ich denke genauso, wie du es schon oben formuliert hast, dass Blogs eben jeweils ein eigenes Konzept haben und (besonders wichtig!) “Ich-Medien” sind.

    Offensichtlich ist aber das Thema Übersichtlichkeit doch ein Problem. Deshalb habe ich den Beitrag der unbekannten Autorin auch zitiert – um darüber zu diskutieren.

    Ich denke, dass du damit recht hast, dass es für “erfahrene” Blogger leichter ist, sich hier zurechtzufinden. Denn ohne die ganzen zentralen Konzepte eines Blogs wie “post”, “page”, “Kategorie”, “Tag”, “Verlinkung”, “Trackback”, “Permalink” oder “RSS” wird’s wahrscheinlich schwierig. Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, wie sich jemand, der nichts von Blogs versteht, durch meine Seiten manöveriert.

    Ich kann nur vermuten, dass sich die meisten entweder durch die neuen posts scrollen (also zunächst mal die Homepage – falls sie überhaupt dort landen) oder die Kategorien benützen, denn das kommt dem “traditionellen” Verständnis von “Webseiten-Ordnung” m.E. am nächsten. (Deshalb finde sich deine Beobachtung, dass die Lerner (nicht einmal) mit Kategorien viel anfangen können, sehr interessant.) Aber auch mit Kategorien kommt man nicht immer weiter, da diese nach 450 Beiträgen auch irgendwann unübersichtlich(er) werden. Das empfinde ich auf jeden Fall auch.

    Du schreibst – “oft liest man ein Blog ja auch nicht regelmässig, sondern stösst beim Recherchieren drauf und hat dann Mühe herauszufinden, wo man sich eigentlich befindet.” – Aus meiner Sicht ist das der zentrale Punkt.

    Du gebrauchst das Wort “recherchieren”, das für eine Minderheit sicher zutreffend ist. Die meisten Leute tippen aber einfach in Google ein, was ihnen gerade in den Kopf kommt.

    Und dann landen sie zufällig auf (m)einer Seite. Kurios ist, dass sie dann aber, mit ihrer Methode nicht mehr weitermachen, sondern nach Strukur suchen. Man würde wahrscheinlich in meinem Blog mehr finden, wenn man einfach in der Sucheingabe (des Blogs) so weitermacht wie bei Google. Schließlich ist die Sucheingabe nichts anderes als ein “custom search engine” für diese Website.

    Aber das weiß anscheinend (noch) fast niemand. Und da sind wir wieder beim Problem, dass viele Nutzer einfach (noch) nicht genug Erfahrung im Umgang mit (den Möglichkeiten von) Blogs haben. Ich persönlich hätte gedacht, dass die Gewöhnung an Blogs schneller geht, denn schließlich gibt es sie ja nun doch schon einige Jahre.

    Es wäre sicher auch möglich, Blogs noch besser zu strukturieren, aber ich denke, dass das nicht der Sinn der Sache ist. Denn Web2.0 bedeutet ja gerade eine Alternative zu herkömmlichen Strukturierungskonzepten. …

    Hier mache ich lieber mal “stopp”, weil es sonst zu unübersichtlich wird ;-)

    Viele liebe Grüße aus Stuttgart

    Uli

    Cornelia 7. November 2007 bei 10:31

    lieber Ueli

    es kann auch einfach sein, dass Schweizer das Wort recherchieren häufiger verwenden als Deutsche :-) Für mich ist das nicht viel anderes als suchen… (zugegebnermassen nicht ganz Synonym)

    Grosse Sachen würde ich an deiner Stelle auch nicht ändern. Aber vielleicht würde es was bringen, die Menüleiste rechts ganz sachte umzustellen?

    Die Wichtigkeit des Suchfunktion sehe ich auch so, aber im Moment finden vermutlich nur die Leute das Suchfeld, die wissen, dass es eins geben muss. (weil man ganz nach unten scrollen muss). ich denke, dass es helfen könnte, wenn das Suchfeld auf deiner Seite besser Sichtbar wäre (zum Beispiel ganz oben, so wie bei mir) oder zumindest vor den Kategorien.

    Ich würde mir auch überlegen, das Archiv weiter nach unten zu verbannen (hinter die Kategorien), den ich glaube wie du, dass die meisten Leute nach Inhalt suchen und dazu sind Suchfunktion und Kategorien die besten Werkzeuge.

    Um diese Sachen zu verändern, musst du vermutlich dein Template anpassen. Das ist nicht wahnsinnig schwierig, aber falls du so was noch nie gemacht haben solltest, kannst du mir gern ein E-mail schreiben.

    liebe Grüsse

    Cornelia

    Uli Mattmüller 7. November 2007 bei 17:18

    Hallo Cornelia,

    vielen Dank für das nochmalige Feedback und dein Hilfeangebot. Ich sehe die Sache mit dem Suchfeld und dem Archiv absolut genau so. Ehrlich gesagt warte ich darauf, dass das Sidebar-Widget (endlich) in das Wordpress-Paket integriert wird (also nicht mehr als plug-in), was jetzt glaube ich der Fall ist, denn dann muss man nicht mehr selber in der Vorlage rummachen. Allerdings hat mein Provider noch nicht upgedatet. Ich habe immer noch WP2.1. Wenn ich eine andere Frage zu Wordpress habe, komme ich aber gerne auf dein Angebot zurück. ;-)

    Viele Grüße aus dem genauso nebligen Stuttgart

    Uli

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