TestDaF Schriftlicher Ausdruck – Tipps zu den Prüfungsteilen von TestDaF (14)



18. April 2010

Auf einen Blick:

Prüfung: TestDaF
Prüfungsteil: Schriftlicher Ausdruck
Aufgabentyp: Textproduktion mit Grafikbeschreibung
Zeitvorgabe: 60 Minuten

Beschreibung:

Beim Schriftlichen Ausdruck bekommt ihr eine kurze Einführung in ein aktuelles Thema und dazu eine Grafik, die ihr zuerst beschreiben müsst. Im Anschluss daran kommt die so genannte Argumentation. Diese besteht häufig darin, dass ihr zwei fremde Meinungen zu diesem Thema mit eigenen Worten wiedergeben (paraphrasieren) müsst. Anschließend sollt ihr zu diesen beiden Meinungen Stellung nehmen, indem ihr Vor- und Nachteile dieser Meinungen abwägt und schließklich eure eigene Meinung zum Thema sagt und begründet. Am Ende müsst ihr dann noch auf die Situation in eurem Heimatland eingehen.

Besonders wichtig ist hier, dass ihr euch klar macht, dass nicht – wie viele meinen – die Grafikbeschreibung, sondern die Argumentation der Hauptteil der Aufgabe ist. Das TestDaF-Institut nennt als Zeitvorgabe für die Teilaufgabe Grafikbeschreibung 20 Minuten, für die Argumentation 40 Minuten.

Vorgehensweise:

Auf Grund der knappen Zeit ist es extrem wichtig, dass ihr euch schon vorher völlig klar seid, wie so eine Textproduktion bei TestDaF aussehen muss und sie dann ohne lange zu überlegen “herunterschreiben” könnt.

Ich würde kein Konzept schreiben, weil das zu viel Zeit kostet – und ich habe schon manchen gesehen, der damit nicht fertig wurde: Bei TestDaF wird nach 60 Minuten eingesammelt, da habt ihr keine Chance noch ein paar Minuten bei den Prüfern herauszubetteln – und es zählt nur, was auf dem Schreibbogen steht, nicht das, was ihr auf dem Konzeptbogen habt.

Keine Zeit verschwenden dürft ihr auch mit Grammatik und Rechtschreibung. Natürlich schreibt ihr mit so wenig Fehlern, wie ihr könnt, aber Zeit für die Korrektur von solchen Fehlern werdet ihr nicht haben. Kleinere Fehler, die das Textverständnis nicht beeinträchtigen, sind unproblematisch. Wichtiger ist, dass ihr einen Text schreibt, der logisch zusammenhängend ist und sich möglichst flüssig lesen lässt. Dazu gehört z.B. auch, dass die einzelnen Textteile eine Verbindung zueinander haben. Und natürlich sollte eure Argumentation schlüssig sein.

Tipp: Ich habe vor längerer Zeit eine Beispiel veröffentlicht, wie eine Textproduktion für den Schriftlichen Ausdruck in TestDaF aussehen könnte. Leider bezieht es sich auf den Modellsatz 1 des TestDaF-Instituts, der nicht mehr online ist. Aber ihr könnt aus dem Beispiel trotzdem sehen, wie ihr vorgehen müsst und wie der Text ungefähr aussehen muss. Es wird also nicht schaden, wenn ihr das mal anschaut:

TestDaF – Beispiel für Grafikbeschreibung (Prüfungsteil “Schriftlicher Ausdruck”)

Fazit: Wenn ihr den Prüfungsteil Schriftlicher Ausdruck nicht mehrmals mit der Zeitvorgabe 60 Minuten geübt habt, dann werdet ihr Probleme bekommen. Wenn man sich für diese Aufgabe das ganze Wochenende Zeit nimmt, dann ist es natürlich keine so große Kunst mehr …

Noch ein Tipp: Ich habe im folgenden Beitrag einige ganz grundsätzliche Tipps zu Textgestaltung, Sprache und Stil sehr kurz zusammengefasst:

11 kurze Tipps für eure Textproduktion

Ausführliche Informationen des TestDaF-Instituts:

TestDaF – Hinweise und Tipps zum Modellsatz 03: Vorbereitung auf den Prüfungsteil Schriftlicher Ausdruck (pdf)

TestDaF-Modellsatz 03 Schriftlicher Ausdruck – Prüfungsbeispiel

TestDaF-Modellsatz 03 komplett

Den zweiten kostenlosen TestDaF-Modellsatz des TestDaF-Instituts zum Üben, findet ihr hier:

TestDaF-Modellsatz 02

Mehr kostenloses Trainingsmaterial gibt es leider nicht. Wenn ihr mehr Material braucht, empfehle ich euch, die TestDaF-Musterprüfungen, die im Hueber-Verlag veröffentlicht wurden, da es bei diesen Musterprüfungen um originale (alte) TestDaF-Prüfungen handelt. Ihr findet die Musterprüfungen z.B. im DaF-Buchladen oder in jedem guten Buchgeschäft:

DaF-Buchladen

Alle Tipps zu den Prüfungsteilen von TestDaF

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  • { 4 comments… read them below or add one }

    Georgina 10. Mai 2010 bei 19:57

    Hallo,

    Ich habe eine Frage zum Aufbau vom schriftlichen Ausdruck. Es ist mir klar, wie man einen Text schreibt, in dem man Vorteile und Nachteile abwägt. Unklar ist es mir aber, wie man den schreibt, wenn man zu vorgegebenen Meinungen Stellung nehmen sollte, wenn die Meinungen eigentlich nur mögliche Lösungen zu einem Problem sind. Um es deutlicher zu machen, gebe ich eine solche Aufgaben hier wieder.

    –> Fast alle Experten sind sich einig, dass Frauen mehr Unterstützung benötigen, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Bei der Frage der Realisierung gibt es jedoch unterschiedliche Meinungen:

    Die Konzerne, also die Arbeitgeber, müssen Mitarbeiterinnen mit Kindern gute Karriere-und Arbeitsmöglichkeiten durch flexible Arbeitszeiten and Kinderbetreuung bieten.

    Der Staat ist verantwortlich und sollte deshalb ausreichen Kindergartenplätze zur Verfügung stellen sowie Ganztagsschulen mit Hausaufgabenbetreuung anbieten.

    Geben Sie die Meinungen mit Ihren eignenen Worten wieder.
    Nehmen Sie zu beiden Aussagen Stellung und begründen Sie Ihre Meinung.


    Also wo ich Hilfe brauche, ist bei der Aufgabe: Nehmen Sie zu beiden Aussagen Stellung und begründen Sie Ihre Meinung. Was sollte man hier schreiben? Sollte man die Auffassungen bewerten, oder noch mehrere mögliche Lösungen anbieten? Und wie sollte die eigene Meinung lauten?

    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

    Dankeschön!

    Georgina

    Uli Mattmüller 11. Mai 2010 bei 13:02

    Hallo Georgina,

    ich habe versucht, das in meinem Beispiel für den Schriftlichen Ausdruck zu zeigen:

    Beispiel TestDaF Schriftlicher Ausdruck

    Vereinfacht könnte man das ungefähr so zusammenfassen:

    Die einen sind der Meinung, dass …..

    Die anderen behaupten dagegen, dass ….

    Es ist nicht leicht in dieser Frage eine Entscheidung zu treffen, da es für beide Positionen gute Argumente gibt.

    Aus meiner Sicht ist es ein möglicher Vorteil von ……, dass . Aber auch …. Außerdem ….

    Gegen ….. spricht vor allem, dass …. Auch ….

    Aus diesen Gründen bin ich insgesamt für/gegen …

    zumal ich denke, dass ….. [mein Hauptargument]

    Das ist natürlich nur eine Möglichkeit von mehreren und ich würde es auch nicht wörtlich kopieren …

    Diana 2. November 2010 bei 09:23

    Hallo,

    Ich möchte sie fragen, ob es beim Schreiben Abkürzungen (z.B. , bzw..) erlaubt sind.

    Danke,
    Diana

    Uli Mattmüller 2. November 2010 bei 09:46

    Hallo Diana,

    ich denke nicht, dass das eine Rolle spielt. schließlich kann man ja sowieso nicht allzu viele Abkürzungen in einem Text benutzen – und wenn der Rest des Textes o.k. ;-) ist, dann werden zwei oder drei Abkürzungen sicher nichts aus machen.

    Viele Grüße

    Uli Mattmüller

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