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In letzter Zeit bekomme ich öfter Anfragen die telc C1 Prüfung(en) betreffend, die ungefähr so lauten wie in diesem Kommentar: “… möchte ich fragen ob TELC C1 Prüfung wirklich wie auf die Webseite von TELC offiziell anerkennbar geworden ist.”

Wer sich auskennt, weiß, dass die Frage so zu ungenau formuliert ist, aber man versteht, dass viele Deutschlerner interessiert, ob die “telc C1 Prüfung” als Nachweis von Deutschkenntnissen für das Studium in Deutschland anerkannt wird.

Es gibt mehrere telc C1-Prüfungen

Eines vorweg: Wenn man über die telc C1 Prüfung(en) spricht, sollte man beachten, dass es mehrere telc C1 Prüfungen gibt: Die erste telc C1 Prüfung ist eine allgemeinsprachliche Prüfung und heißt offiziell “telc Deutsch C1”, die zweite Prüfung heißt “telc Deutsch C1 Beruf” und ist, wie der Name schon sagt, für Berufstätige gedacht, die dritte Prüfung richtet sich an ausländische Studienbewerber und heißt offiziell “telc Deutsch C1 Hochschule”.

Und um diese letzte Prüfung geht es logischerweise im Normalfall, wenn man über die Zulassung an einer deutschen Hochschule spricht. Obwohl man an speziellen Hochschulen wie Kunst- oder Musikakademien evtl. auch mit einer allgemeinsprachlichen telc-Prüfung zugelassen werden kann, dürfte dies an den allermeisten “normalen” Hochschulen ausgeschlossen sein.

telc Deutsch C1 Hochschule

Wie sieht es aber mit “telc Deutsch C1 Hochschule” aus? Diese Deutschprüfung wurde nach langen Bemühungen des Prüfungsanbieters telc im November 2015 von der deutschen Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in die “Rahmenordnung über Deutsche Sprachprüfungen für das Studium an deutschen Hochschulen (RO-DT)” als so genannte befreiende Prüfung aufgenommen (siehe: RO-DT §8).

“Befreiend” bedeutet, dass man sich von den in der RO-DT in §2 erwähnten “Prüfungen zum Nachweis der sprachlichen Studierfähigkeit” – das sind (immer noch!) TestDaF, DSH, Feststellungsprüfung und DSD II – befreien lassen kann, wenn man ein Zeugnis der “telc Deutsch C1 Hochschule” vorlegt.

“Offizielle Anerkennung”?

Das klingt doch schon mal ziemlich nach “offizieller Anerkennung” und tatsächlich sind in der Zwischenzeit auch viele Sprachschulen – besonders solche ohne TestDaF- oder DSH-Lizenz 😉 – auf den Zug aufgesprungen und werben offensiv mit der “offiziellen Anerkennung” dieser Prüfung. Daher kommt vermutlich auch die steigende Zahl von Leserfragen zu diesem Thema hier in meinem Blog.

Doch Vorsicht, die Aufnahme in die RO-DT der Hochschulrektorenkonferenz bedeutet nicht unbedingt, dass diese Prüfung ohne Einschränkungen und sofort von allen deutschen Hochschulen anerkannt wird.

Das hat nichts damit zu tun, dass gar nicht alle deutschen Hochschulen Mitglied in der HRK sind und auch nicht damit, dass Beschlüsse der HRK für die Hochschulen nicht bindend sind, sondern ganz einfach damit, dass ihr erst dann ganz sicher sein könnt, dass “telc Deutsch C1 Hochschule” von eurer Hochschule akzeptiert wird, wenn diese Prüfung in die Zulassungsordnung eurer Hochschule aufgenommen wurde.

Und wer sich ein bisschen im deutschen Hochschulbereich auskennt, weiß, dass es nicht alle Hochschulen damit richtig eilig haben werden. ..

Fragt bei eurer Hochschule!

Das heißt natürlich nicht, dass es nicht auch jetzt schon Hochschulen gibt, die telc-Zertifikate akzeptieren. Es bleibt aber mein guter Rat, dass ihr unbedingt an eurer Hochschule nachfragen solltet, ob die telc-Prüfung anerkannt wird – und zwar bevor ihr Geld für Vorbereitungskurse und Prüfungsgebühren ausgebt.

Und mein noch besserer Rat im Zweifelsfall lieber die TestDaF-Prüfung zu machen, denn diese wird wirklich und uneingeschränkt von allen mir bekannten deutschen Hochschulen anerkannt.

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Beim Prüfungsteil Hörverstehen in Deutschprüfungen müsst ihr während des Hörens häufig Stichwörter notieren, aus denen ihr später eure Antworten rekonstruieren könnt.

Deshalb habe ich hier einige Tipps zum Notieren beim Prüfungsteil Hörverstehen zusammengefasst, die euch vor, während und nach dem Hören nützlich sein könnten.

Vor dem Hören:

• Überlegt, was ihr schon über das Thema wisst. (“Vorwissen aktivieren”)

• Überlegt, was ihr vielleicht hören werdet. (“Vermutungen über den Inhalt”)

• Lest die Aufgaben g e n a u durch und markiert Schlüsselwörter. (“Schlüsselwörter markieren”)

• Übertragt die Aufgaben in Kurzform (Schlüsselwörter!) auf das Notizblatt.

• Übersetzt schwierige Wörter oder Konstruktionen in eure Muttersprache, damit ihr beim Hören noch wisst, was ihr hören sollt.

Während des Hörens:

• Verfolgt den Text mit Hilfe der Fragen/Aufgaben.

• Wenn es zu schnell wird, müsst ihr eventuell eine Frage (zunächst) überspringen. (Ihr hört schwierigere Texte meist zweimal!)

• Notiert schwierige Zusammenhänge eventuell in eurer Muttersprache.

Nach dem Hören:

Bearbeitet die Frage nicht sofort vollständig, sondern:

• Vervollständigt zuerst die Stichwörter und Abkürzungen in euren Notizen. (Jetzt wisst ihr vielleicht noch, was sie bedeuten.)

• Notiert euch zu einzelnen Fragen noch zusätzliche Infos, an die ihr euch noch erinnert, die ihr aber (noch) nicht notiert habt.

• Beginnt erst mit dem Ausformulieren eurer Antworten, wenn euch keine weiteren Informationen aus dem text mehr einfallen.

Mehr zum Thema Hörverstehen:

Hörtexte zur Prüfungsvorbereitung

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Man glaubt es heute kaum noch, aber es gab Zeiten, da bestand ein nicht gerade kleiner Teil des Deutschunterrichts für Ausländer aus der Lektüre kürzerer oder längerer literarischer Texte.

Das hat sich in den letzten Jahren allerdings grundlegend geändert und inzwischen ist die Literatur fast vollständig aus den Unterrichtsmaterialien verschwunden.

Dennoch soll es auch unter Deutschlernern noch die eine oder den anderen geben, die/der ab und zu zur Literatur greift, um ihre/seine Deutschkenntnisse zu verbessern.

Es muss ja nicht gleich ein gedrucktes Buch sein. Schließlich gibt es auch im Netz zahlreiche (meist) kostenlose Angebote, von denen ich euch im Folgenden einige vorstellen möchte. Das Angebot ist aber mittlerweile auf allen Kanälen so groß, dass ich hier nur eine kleine Auswahl bieten kann.

Literatur im Netz lesen

Zu den bekannteren Angeboten dürfte das Projekt Gutenberg gehören, das kostenlos literarische Texte veröffentlicht, deren Copyright 70 Jahre nach dem Tod des Autors erloschen ist.

Die Sammlung umfasst tausende Werke von Über 1000 Autoren. Dort könnt ihr von Grimms Märchen, über deutsche Klassiker wie Schiller oder Goethe, bis zu Literatur vom Anfang des vergangenen Jahrhunderts alles finden, was in der deutschen Literatur Rang und Namen hatte.

Allerdings sind diese Texte auf Grund ihres Alters natürlich weder von der Sprache noch von der Thematik her am Puls der heutigen Zeit.

Falls ihr stolzer Besitzer eines Kindles oder eines anderen E-Book-Readers seid, der das Kindle-Format lesen kann, bekommt ihr eine große Auswahl der im Projekt Gutenberg zu findenden Werke auch als kostenlose Kindle-Books, die natürlich angenehmer zu lesen sind als die Webseiten bei Gutenberg:

Kostenlose Kindle-Books

Moderne(re) bzw. aktuelle Literatur steht natürlich normalerweise nicht kostenlos im Netz, schließlich müsssen die Autoren vom Verkauf ihrer Bücher leben. Was man allerdings schon finden kann, sind Leseproben, die ich z. B. in folgenden Artikeln verlinkt habe:

Leseproben von Günter Grass
Neues Literatur-Portal des Goethe-Instituts

Auch in meinen Beiträgen über die Gewinner des deutschen Literaturpreises habe ich jeweils die App des Buchpreises verlinkt, in der ihr ebenfalls Lese- und Hörproben aller nomminierten Bücher findet:

Deutscher Buchpreis

Ein netter Kurztext ist “Deutsch für Anfänger” des beliebten russisch-stämmigen Autors Wladimir Kaminer.

Literatur hören

Bequemer als Lesen ist es heutzutage für viele sich Literatur anzuhören. Deshalb gibt es auch an Hörbüchern bzw. Hördateien eine reichhaltige Auswahl im Netz.

Bei “vorleser.net” kann man sozusagen als Ergänzung zum Projekt Gutenberg einige Texte von Autoren, deren Copyright 79 Jahre nach ihrem Tod erloschen ist, als kostenlose Hörbücher im mp3-Format downloaden.

Es gibt Erzählungen, Märchen, Kurzgeschichten, etc. von klassischen deutschen Autoren wie z.B. Franz Kafka, Theodor Fontane oder Friedrich Schiller: Kostenlose mp3-Hörbücher bei “vorleser.net”

Ein ähnliches Angebot wie vorleser.net hat auch RioloMedia: Kostenlose Hörbücher bei RioloMedia – Hörbuchkultur

Die “Sprechbude” veröffentlicht gemeinfreien literarischen Texten auch Literatur von jüngeren Autoren, die mit der Veröffentlichung in der Sprechbude einverstanden sind: Sprechbude

Eine Art Hörbuch stellen auch die “Pseudo-Videos” auf Youtube dar, die zwar keine bewegten Bilder dafür aber Ton haben. Wenn ihr den Titel eines Buches kennt, habt ihr gute Chancen es auf Youtube zu finden.

Beliebt sind auch hier Märchen wie z. B. “Das kalte Herz” von Wilhelm Hauff und Werke gemeinfreier Autoren, aber auch aktuellere literarische Werke sind zu finden. Neben vollständigen Werken finden sich auch zahlreiche Hörproben von literarischen Verlagen.

Zehnseiten.de ist ein Literaturportal, auf dem aktuelle deutsche Autoren ihre Bücher vorstellen. Jeder Autor liest zehn selbst gewählte Seiten aus seinem Werk vor: zehnseiten.de

Falls ihr Poesie mögt, solltet ihr mal bei lyrikline.org vorbeischauen. Der Kern von lyrikline.org ist eine Audio-Bibliothek, wo ihr Gedichte moderner Autoren vom Autor selbst gesprochen anhören und den Text mitlesen könnt:Poesie im Netz: lyrikline.org

Auf der Seite des Projekts Deutsche Lyrik, könnt ihr mehr als 250 professionell gesprochene, deutsche Gedichte aus verschiedenen Epochen kostenlos anhören. Das Projekt Deutsche Lyrik ist auch auf Facebook vertreten.

Bisher sind in der Serie Deutsch lernen im Internet folgende Artikel erschienen:

01: Wie kann ich im Internet Deutsch lernen?
02: Was und wie wollt ihr lernen?
03: Deutschkurse im Netz
04: Deutsch lernen mit der Deutschen Welle
05: Deutsch lernen mit dem Goethe-Institut
06: Interaktive Übungen
07: Podcasts zum Deutschlernen
08: Sprachenportale 2.0
09: Deutsch lernen mit Facebook
10: Wörterbücher
11: Grammatiken
12: Mobile Apps zum Deutschlernen
13: Die besten Online-Tools für Deutschlerner
14: Online Hörverstehen üben
15: Deutsche Aussprache online üben
16: Internetforen
17: Twitter-Kanäle für Deutschlerner
18: Deutsch lernen mit deutscher Literatur

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