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Das passiert nicht alle Tage. Laut einer Pressemitteilung des deutschen Rechtschreibrates vom 29.6.2017 hat die deutsche Sprache offiziell einen neuen Buchstaben bekommen.

Es handelt sich dabei um den Großbuchstaben des Eszetts, also des sogenannten scharfen S, das es bisher nur in Kleinschreibung gegeben hat.

Nach verschiedenen Angaben soll der neue Buchstabe ungefähr so aussehen wie ein Mittelding zwischen dem kleingeschriebenen “ß” und einem großgeschriebenen “B”.

Vorführen kann ich euch das große Eszett leider nicht, da meine Computertastatur dazu leider nicht in der Lage ist.

Richtig tragisch ist das aber nicht, da der neue Buchstabe hauptsächlich dazu eingeführt wurde, damit Eigennamen, in denen ein Eszett vorkommt, in Pässen und Ausweisdokumenten, wo alle Buchstaben großgeschrieben werden, korrekt geschrieben werden können. Bisher wurden solche Namen mit Doppel-s geschrieben, was ganz streng genommen natürlich nicht ganz korrekt ist bzw. war.

Normalweise braucht ihr das große Eszett aber nicht, da es keine Wörter (Substantive) im Deutschen gibt, die mit Eszett beginnen. In eurem normalen Alltag als Deutschlerner(in) wird es euch deshalb wohl kaum begegnen.

Und wenn ihr in der Schweiz Deutsch lernt, dann könnt ihr das alles sowieso vergessen, denn dort gibt es nicht einmal ein kleines scharfes S. Dort werden alle deutschen Wörter, die ein scharfes S enthalten, mit Doppel-s geschrieben.

Die komplette Abschaffung des scharfen S wie in der Schweiz war übrigens eines der ursprünglichen Ziele der deutschen Rechtschreibreform in den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts gewesen.

In Anbetracht der teilweise wüsten Beschimpfungen, die sich die Reformer von meist selbst ernannten Rettern der deutschen Sprache dafür anhören mussten, wurde von diesem revolutionären Vorhaben 😉 aber abgesehen.

Zumindest für Deutschlerner wäre die Abschaffung des scharfen S aber sicher eine kleine Erleichterung gewesen.

Neben der Einführung des großen Eszett hat der Rechtschreibrat auch das „Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung“ aktualisiert.

Die Aktualisierung enthält einige kleinere Anpassungen der deutschen Rechtschreibung, die für die meisten Deutschlerner eher uninteressant sein dürften.

Für Deutschlehrer schadet aber zumindest ein kurzer Blick in die vollständige Pressemitteilung des Rechtschreibrates nicht:

Pressemitteilung des deutschen Rechtschreibrates vom 29.6.2017

Das amtliche Wörterverzeichnis des Rechtschreibrates wurde entsprechend angepasst und kann genauso wie das aktualisierte Regelwerk zur deutschen Rechtschreibung von der Website des Rechtschreibrates heruntergeladen werden:

Deutsche Rechtschreibung – Regeln und Wörterverzeichnis Teil I
Deutsche Rechtschreibung – Wörterverzeichnis Teil II

P.s.: Der Website www.korrekturen.de entnehme ich den Hinweis, dass es für Windows-Benutzer ab Version Windows 8 auch schon eine Tastenkombination für das beliebte Textverarbeitungsprogramm Word gibt, mit der man das große Eszett einfügen kann – vorausgesetzt natürlich man besitzt eine deutsche Tastatur. Diese lautet „AltGr + Shift + ß“

Wo ihr eine deutsche Online-Tastatur zur Eingabe von deutschen Buchstaben wie dem scharfen S oder den Umlauten findet, die auf anderen Tastaturen nicht vorhanden sind, habe ich hier beschrieben: Deutsche Online-Tastatur

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Der Landtag des Bundeslandes Baden-Württemberg im Südwesten von Deutschland hat gestern mit deutlicher Mehrheit die Einführung von Studiengebühren für Nicht-EU-Ausländer beschlossen.

Was bedeutet das?

Konkret heißt das, dass ausländische Studenten, die nicht aus einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union (EU) stammen, ab dem kommenden Wintersemester 2017/2018 1.500 Euro pro Semester auf den Tisch legen müssen, wenn sie an einer baden-württembergischen Hochschule studieren möchten.

Wichtig: Nicht betroffen sind alle Nicht-EU-Studenten, die bereits an einer Hochschule in Baden-Württemberg eingeschrieben sind. Sie genießen sogenannten Bestandsschutz, was bedeutet, dass sie ihr Studium bis zum Abschluss ohne Studiengebühren fortsetzen können.

Nachdem zum Wintersemester 2014/2015 Niedersachsen als letztes Bundesland die Studiengebühren – die seinerzeit von allen Studenten erhoben wurden – abgeschafft hatte, geht die Diskussion über Sinn und Unsinn von Studiengebühren also in die nächste Runde, was ich übrigens schon damals vorhergesagt hatte. Denn niemand sollte glauben, dass man die tatsächlichen oder vermeintlichen Probleme bei der Hochschulfinanzierung mit den Gebühren für Nicht-EU-Studenten wird lösen können.

Was tun?

Als Nicht-EU-Ausländer müsst ihr euch überlegen, ob es sich lohnt für ein Studium in Baden-Württemberg zwischen 6.000 (zweijähriges Master-Studium) und 15.000 Euro (komplettes Studium mit dreijährigem Bachelor- und zweijährigem Master-Studiengang) zusätzlich auszugeben, denn in allen anderen deutschen Bundesländern ist das Studium auch für Nicht-EU-Studenten (noch!) kostenfrei.

Wenn ihr jetzt dort ein Studium beginnt, dann könnt ihr ziemlich sicher sein, dass ihr bis zum Abschluss kostenfrei studieren könnt, denn selbst wenn die anderen Bundesländer nachziehen sollten und auch Studiengebühren einführen, werden sie sehr wahrscheinlich ebenfalls Bestandsschutzregelungen (s.o.) für bereits eingeschriebene Studierende treffen.

Pro und Contra

Wirklich stichhaltige Argumente für ein Studium in Baden-Württemberg fallen mir ehrlich gesagt spontan kaum ein, obwohl ich selbst in diesem Bundesland lebe.

Baden-Württembergische Hochschulen haben zwar ein sehr gutes Angebot an Studiengängen, gut ausgestattete Räumlichkeiten und auch die Finanzierung des Studiums durch Nebenjobs ist hier vergleichsweise einfach möglich.

Darüberhinaus ist Baden-Württemberg ein landschaftlich sehr schönes, sicheres und multikultuerlles Bundesland mit angenehmem Klima und (ausländer)freundlichen Menschen.

Aber es ist nicht wirklich so, dass man all das in anderen Bundesländern nicht auch finden könnte. Dazu kommen noch die hohen Mieten, die in den beliebten Uni-Städten sowieso zu den teuersten in ganz Deutschland gehören. Und was ihr schon gar nicht erwarten solltet, ist, dass ihr durch die Studiengebühren exklusivere Studienbedingungen bekommt.

Schließlich landet der Großteil der Studiengebühren im Haushalt des Landes, die Hochschulen bekommen davon nur 300 Euro pro Gebührenzahler. Bei diesem geringen Betrag ist kaum davon auszugehen, dass die Hochschulen euch eine Vorzugsbehandlung zukommen lassen werden.

Sollte mir etwas Gegenteiliges zu Ohren kommen, werde ich euch selbstverständlich hier auf dem Laufenden halten. .. 😉

Entscheiden müsst ihr euch im Normalfall übrigens bis (spätestens) zum 15. Juli, denn da endet an den meisten Hochschulen in Deutschland die Frist für die Einschreibung zum Wintersemester. – Ausnahmen bestätigen die Regel.

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„Verstehen Sie Deutsch?“ ist eine neue kostenlose Quiz-App für Deutschlerner, die vom Alumniportal Deutschland, dem Goethe-Institut, dem DAAD, der Alexander von Humboldt-Stiftung und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) herausgegeben wird.

Bei „Verstehen Sie Deutsch?“ werden über 1000 deutsche Redewendungen und – nach Angaben der Herausgeber – „besonders schöne oder kuriose deutsche Wörter“ abgefragt.

Ihr müsst nicht nur die Bedeutung von Redewendungen wie z.B. „einen Frosch im Hals haben“ erraten, sondern ihr bekommt auch erklärt, woher diese kommen. Außerdem werden alle Redewendungen und Wörter durch Anwendungsbeispiele verdeutlicht.

Wenn ihr die Erklärungen zur Herkunft der Redewendungen eifrig studiert habt, dann wisst ihr definitiv mehr als die meisten deutschen Muttersprachler ;), die zwar häufig Redewendungen benutzen, sich über deren Herkunft aber in den allermeisten Fällen (auch) nicht im Klaren sind.

Einige wichtige Funktionen der App im Überblick:

  • über 1000 deutsche Redewendungen und kuriose Wörter
  • monatlich neue Quizfragen
  • Favoriten-Funktion für Lieblingsredewendungen
  • werbefrei
  • und natürlich kostenlos

Probiert’s mal aus – hier geht’s zu den Downloadmöglichkeiten:

“Verstehen Sie Deutsch?” – Google Play
“Verstehen Sie Deutsch?” – Itunes App Store

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